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Sonntag, 19. Oktober 2014

Wieso Frankreich oder kulinarische Seelentröster à la Française

"Lentilles au Vin blanc", "Daube de Boeuf", "Gateau au Chocolat". Manch einer versteht nur Bahnhof,  wie ich, als ich das erste Mal ein"vornehmes" französisches Restaurant besuchen durfte.
Ich war circa 6 Jahre als ich meine Eltern und ein befreundetes Paar auf eine Frankreichreise mit beruflichem Hintergrund begleitete.
Meine Eltern sind nach wie vor Feinschmecker, früh wurde ich an gute Küche herangeführt.
Aber mit meinen zarten 6 Jahren war ich dann doch etwas überfordert, ob des zahlreichen Bestecks auf dem reich eingedeckten Tisch. Bei der Auswahl meines Essens hatte ich die freie Wahl.

Meine Liebe zu Frankreich ist bis heute geblieben. Und gerade heut habe ich sie wieder neu entdeckt.
Dieser, wahrscheinlich der letzte Sonnentag des Jahres schrie nach Liege, Sonne und Lesen.
Vor ein Paar Tagen habe ich mir ein paar reduzierte Bücher für ca. 3 € pro Exemplar gegönnt.

Ein Glücksgriff war dabei: "Tour d'amour" von Elizabeth Bard. Der Buchtitel liest sich wie ein typischer Liebesroman, leichte Kost, zum Weglesen halt.
Aber weit gefehlt. Schon auf den ersten Seiten musste ich schmunzeln, Elizabeth beschreibt ihre Erfahrungen als Amerikanerin in Frankreich. Verschossen in einen Franzosen beschließt sie, ihr Domizil in London gegen eine Wohnung in Paris einzutauschen. Von nun an kann man ihre Gänge zum Markt und die Erfahrungen mit den französischen Eigenarten nachlesen. Es ist zum Brüllen.
UND ES SIND WAHRHEITEN!!!

Das schönste aber ist, dass sie Ihre besten Rezepte nieder geschrieben hat, die sie in all der Zeit gekocht hat. Göttlich!

Da liegt man nun, im Frühherbst in der Sonne im heimischen Garten und hat die französischen Marktschreier vor Augen, die mit aller Rauheit die superfrischen Fische an die Leute bringen.

Kann mitfühlen, wenn Bethy Ihre Suppe selber kochen muss, da es in Frankreich keine Brühwürfel oä. zu kaufen gibt. Und bekommt Pfützchen auf der Zunge, wenn sie bei Herzschmerz und Kummer das Soufflé genießt, was ihr Göttergatte zubereitet.


Entschuldigung, da konnte ich nicht mehr anders. Schnell improvisiert und anschließend geschlemmt, wie Mel in Frankreich.









Gwendals schnelles und sündhaft gutes Schokoladensoufflé - Gateau au Chocolat 
(Entnommen aus "Tour dàmour, Elisabeth Bard, www.blanvalet.de)

Butter und Zucker für die Formen
200 g Zartbitterschoki (65 % sind ideal)
2 EL Espresso oder starker Filterkaffee
5 Eier
90 gr Zucker
1 Prise Salz
1 El Mehl 




Den Ofen auf 175 Grad vorheizen. Eine Tortenform aus Keramik, ca 25 cm, mit Butter ausstreichen und Zucker ausstreuen. Die Schokolade mit dem Kaffee im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen (letzteres absolut unfranzösisch ;)). Abkühlen lassen.
Die Eier trennen - die Eiweiße in eine große, die Eigelbe in eine mittlere Rührschüssel geben. Das Eigelb mit dem Zucker schaumig schlagen, bis die Mixtur eine helle zitronengelbe Farbe angenommen hat.
Die geschmolzene Schoki in die Eigelbmischung gießen und rasch miteinander vermengen;die Mischung wird ziemlich dickflüssig. das Mehl hinzugeben. Die Eiweiße mit einer Prise Salz6 in einer großen Schüssel steif schlagen. Ein Drittel des Schnees unter die Schokimischung heben, um sie leichter zu machen. Die Mischung dann vorsichtig unter den restlichen Eischnee heben. Am besten per Hand mit dem Schneebesen, so bleibt die Masse schön fluffig.

Den Teig in die vorbereitete Form füllen und 20 Minuten backen. Berührt die Mitte vorsichtig, wenn sie einigermaßen fest ist, nehmt die Form aus dem Ofen, ansonsten die Backzeit höchstens um 1 oder 2 Minuten verlängern.

Heraus aus dem Ofen, fällt der Kuchen etwas in sich zusammen. Das ist normal.


Entweder aus der Schüssel mit Löffeln servieren (DiekleineMadamehatspontanbesuch-Version) oder Portionsweise anrichten. Vorzugsweise mit etwas Kompott, Vanilleeis oä..

Fo, hab fon fieder Fützfen auf der Funge und nasche noch mal.


Guten Hunger! :D






Donnerstag, 16. Oktober 2014

Beschwipste Zitrone oder "Sauer allein" macht noch lange nicht lustig!

Da kauft man total euphorisch ein Netz Zitronen ein. Vitamine, kalte und nasse Jahreszeit, Immunsystem...man kennt das. Presst, kaum daheim, eine Zitronen-Hälfte aus und gibt sie zum Tee. Womöglich noch ein Stück geschnittenen Ingwer und braunen Zucker dazu. Okay. Schmeckt auch.
Ist gesund und...reicht erst mal wieder.

Und dann, ein paar Tage später, ehe man sich

versieht, sehen die prallen gelben Vitaminbomber eher aus wie Schrumpfköpfe ohne Haare. Was also tun damit, ohne sich die Magenschleimhäute mit einmaligen Verzehr der gepressten Kandidaten zu verscherzen?

Useliges Wetter und Regen von heute schreien nach Kuchen. Nach duftender Küche und Kaffee zum Seelentrösten.


Getränkter Zitronenkuchen nach Mama Brigitte

Für den Rührteig:
150 gr Butter
150 gr Zucker
1 Pck. Vanille-Zucker
1 Prise Salz
abgeriebene Bio-Zitronenschale (unbehandelt)
3 Eier Größe M
150 g Weizenmehl
1 gestr. Teelöffel Backpulver

Butter mit Zucker, Vanillezucker und Salz verrühren.
Zitronenschale und die Eier nach und nach dazugeben.
Mehl mit Backpulver mischen, sieben und nach und nach der verrührten Masse zugeben. Das Ganze in die gefettete und in meinem Fall in die mit Paniermehl bestäubte Bundform geben.

Jetzt bin ich keine Superhausfrau mit einer 600 qm Küche und vollausgestattet, weder im Besitz einer "Rehrückenform" oder sonst einer flachen Kuchenbackform. Mein Versuch in einer Bundform scheint aber auch zu klappen.





In den Backofen geben, bei 170 Grad (Ober-/Unterhitze) auf mittlerer Schiene auf den Rost setzen. Backzeit : ca. 45 Minuten.







In der Zwischenzeit die Zitronen für ca. 120 ml Saft auspressen, 85 gr Zucker dazu, Zitronenschale, gut vermengen. (Gebe zu, sieht nicht lecker aus...ist es aber dann ganz bestimmt:)).
















Nach ca. 45 Minuten den Kuchen aus dem Ofen holen, stürzen und mit einem Holzstäbchen mehrmals einstechen.

Die Flüssigkeit über den Kuchen geben.













Mädels? Ihr könnt kommen - Kuchen ist fertig und lustig wird's eh!!

Freu mich!

Und guten Hunger!!!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Knoblauch-Mayo oder leiden müssen halt die anderen!

Was gibt es Schlimmeres als Tiefkühl-Pommes? Riiiichtig! Miracel Whip dazu. Brks!
Dieser fade Geschmack, dazu immer das schlechte Gewissen ob der Kalorien. Besser ein reines Gewissen haben und die Sauce zur (besser noch selbst gemachten) Pommes
auch selbst mischen. Das ist einfacher, als viele denken.

Mayo fatto a casa

1 superfrisches (wichtig)  Bio-Ei
250 ml Öl (gerne auch mildes Olivenöl)
1 Esslöffel Senf
1 Esslöffel Essig
Salz und Pfeffer

und 2 Zehen Knoblauch (hüstel, okay, es geht auch weniger, dann schmeckt's halt auch weniger. Wie gesagt, leiden müssen....)
Joghurt nach Belieben

Man gebe alle Zutaten in einen Messbecher, tauche den "Zauberstab" ein und binnen 1 Minute hat man herrlich sämige Mayo. Nun löffelweise den Joghurt dazu, um das Ganze etwas, zumindest geschmacklich zu erleichtern.

Schmeckt köstlich zu Gambias, Eiern, Kartoffelsalat,
frischem Baguette, Sandwiches, oä.

GUTEN HUNGER!!


Bitte diese Mayo nur tagesfrisch verzehren und dazu im Kühlschrank aufbewahren.

Dienstag, 30. September 2014

Quiche zum Zweiten - oder Zwiebelkuchen ist nicht gleich Zwiebelkuchen

Federweißer, wohin man schaut. Rot oder weiß, gut gekühlt schmeckte noch frischer und
(Vorsicht Autofahrer: Don't drink and drive) man merkt den "Hicks-Effekt" nicht so schnell ;).
Jetzt gibts ja tatsächlich unterschiedliche Arten von Zwiebelkuchen dazu. Diese Sorte, die so gelb sind, dass man die glücklichen Hühner quasi gackern hört und solche, die nur aus Zwiebeln bestehen.

Wie sage ich es höflich? Ich bin etwas vorsichtig, was den Genus von Zwiebelkuchen angeht.
Darum habe ich eine ganz schnelle Alternative ausprobiert.


Das Grundrezept lautet wie zuvor  Quiche façon française,
TK-Blätterteig, Eier, Crème fraiche, Salz, Pfeffer.

Dazu bitte Trauben, Ziegenfrischkäse, Pinienkerne, Rosmarin, Muskatnuss und etwas Streukäse, zum Überbacken.













Die Quicheform mit den Blätterteigplatten auslegen. Einmal aus dem Tiefkühler kann man sie nach kurzer Zeit verarbeiten, teilen und formen.

Die Eier mit Salz, Pfeffer, der Creme, etwas Milch (und Muskatnuss nach Belieben), gut verrühren und in die ausgelegte Form geben.

Die Trauben gut waschen und halbieren.









Alles auf der Eiermasse gut verteilen. Rosmarin verzuzzeln und etwas untertauchen, damit er nicht so hart wird.
Den Streukäse verteilen und bei 180 Grad in den Ofen damit, ca. 20 Minuten oder bis das Ganze eine schöne, goldbraune Farbe angenommen hat.













Leicht abkühlen lassen und möglichst lauwarm servieren.












Dazu empfehle ich einen roten, frischen und jungen Wein, gute Musik und beste Gesellschaft.
Oder, wenn nötig, einen richtig guten James Bond im TV (wie gestern).
Pierce, es war mir ein Vergnügen!



Guten Hunger!!!



Freitag, 26. September 2014

Apfelpfannkuchen - das Leben kann so simpel lecker sein!

Äpfel im Überfluss, aus Nachbars Garten. Eimerweise stehen sie vor der Tür. Da kommen Erinnerungen aus Omas Küche hoch. Der Geruch von karamellisierten Äpfeln in der Gusspfanne und das Dämmerlicht von Draußen.

Was haben wir eigentlich mit den ganzen Kastanien gemacht, die wir in diesem Konsumtüten gesammelt haben? An so viele Kastanientiere kann ich mich gar nicht mehr erinnern.

Also,  Äpfel, n bißchen mehlig, n bißchen sauer, einige braune Stellen, was tun?

Was immer ging und immer noch geht, sind APFELPFANNKUCHEN. Es gibt diese schnelle Variante, mit groben Apfelschnitzern, wo die Stücke immer überstehen.
Dann gibts die Ebbinghäus´che Nobelvariante mit gestanzten Apfelringen in guter Butter mit Zucker vorab angebraten. Die habe ich kürzlich gemacht.

Jetzt habe ich nicht für jede Handbewegung das richtige Haushaltsgerät. Wer schon mal bei mir war, kennt die übersichtliche Küche. Aber praktisch bin ich veranlagt (Danke, Oma Sofie). Ein kleines Limoncello-Glas ist hier immer im Haus. Damit habe ich aus dünngeschnittenen Apfelscheiben das Gehäuse entfernt. Bitte die Scheiben so dünn wie möglich schneiden. Für 5 Pfannkuchen reichen 2 mittelgroße Äpfel.

Für Pfannkuchen gilt folgendes Grundrezept
2 Eier, 
1 Tasse Milch, 
1 Tasse Mehl, 
1 Prise Salz,
Zucker nach Geschmack

Den Teig gut verquirlen. Mancher schwört zum Sch(l)uss auf den Schuss Mineralwasser, um dem Ganzen noch etwas Fluff zu geben.

In einer Pfanne ein kleines Stück Butter und einen Teelöffel Zucker abschmelzen lassen. Die Apfelstücke hinein und für die Erwachsenenausführung das Ganze mit Cointreau ablöschen.

Dem Ganzen Zeit für eine gut duftende Bräune geben und beiseite stellen. 

Nun nach Geschmack etwas Öl in die Gleiche Pfanne, Apfelringe nach Gusto und eine kleine Suppenkelle Teig darüber. Sofort die Pfanne gleichmäßig schwenken. (Ihr kennt das!). Nur so wird der Pfannkuchen gleichmäßig rund.

Wenden, wenn der Teig oben schon leicht stockt.




So und auch jetzt hat jeder Haushalt seinen eigenen Geschmack. Manche mögend möglichst groß und rund.
Manche mögen ihn geklappt und klein. Manche mögen gern gezimtet.














Meine Verbraucherin hier mag ihren Pfannkuchen möglichst schnell auf dem Tisch.
Dieser hier ist die Kinderversion für Spargelkinder, ohne Cointreau, dafür in guter Butter ausgebraten.


Guten Hunger!!





Dienstag, 23. September 2014

Soulfood- Kleines Glück in der Tasse

Ihr kennt das vielleicht. Es ist ein "Kühl- und Knabberschrankleer-Tag" und es klingelt an der Tür.
Überraschungsbesuch steht dort, natürlich nur auf eine Kaffeelänge. Aber was ist, wenn der Kaffee etwas länger dauert, weil man sich unglaublich viel zu erzählen hat? Schnell mal geforstet, was man noch so anbieten kann.....aber es herrscht Ebbe.
Okay, man muss schnell zaubern. Bisher habe ich meine Mikrowelle immer nur zum Erwärmen benutzt, nie zum Kochen, Backen, Braten oder Sonstiges. Mancheiner braucht keine Küche, man arbeitet mit der Mikrowelle.
Nun gut. Der Besuch soll ja auch nicht solange warten...die Lösung: Der Becherkuchen.
Kürzlich hier entdeckt und schnell mal ausprobiert.

Zitronenkuchen im Lieblingsbecher: 

1 frisches Bio-Ei, 
3 Esslöffel Mehl, 
2 1/2 Esslöffel Zucker, 
2 Esslöffel frischen Zitronensaft, 
den Abrieb einer Biozitrone, 
2 Löffel Öl, 
1 Messerspitze Backpulver, 
eine Prise Salz

Das Ganze am besten schon in der Lieblingstasse vermengen, wobei Mehl und Zucker nach und nach dazugegeben werden sollten.

Das Ganze kommt jetzt für ungefähr zwei Minuten in die Mikrowelle. Jedes Gerät verhält sich unterschiedlich. Wendet einfach den Zahnstochertrick an, wie bei jedem Kuchen. Einmal in den Teig piksen, haften etwas daran, dem Ganzen noch ein paar Sekunden in der Mikrowelle geben.

Ich hatte es mit dem Backpulver etwas zu gut gemeint, daher konnte ich einen Mammutkuchen aus der Mikrowelle holen.

Bitte seid vorsichtig, die Tasse oder der Becher wird megaheiß!!!

Nun vorsichtig den Kuchen aus dem Becher lösen und auf einen Lieblingsteller stürzen.










Zum Anrichten ca. 2 Löffel Puderzucker mit Zitronensaft verrühren. Wer den Kuchen extrasaftig mag, kann den Saft auch pur darüber geben, dann wird's auch nicht soo süß.















Das Ganze dann lauwarm servieren.



















Am besten zu der versprochenen Kaffeelänge und ausführlichen Gesprächen.

Kleiner Tipp: Vorsicht bei Ei-Allergikern, das Ei ist nicht ganz durchgebacken und kann so Reaktionen auslösen. Vielleicht vorher den Gast fragen. Ansonsten vielleicht doch schnell einen Kuchen in den Ofen schieben und derweil kräftig plaudern.



Viel Spaß!















Freitag, 19. September 2014

Sugo pomodori fatto al casa - Hausgemachte Ofentomatensoße

Die Sehnsucht und das Fernweh lässt mich nicht los. Was macht Frau man? Holt die letzten italienischen Tomaten vom Markt (nachdem die eigene Tomatenzucht aber mal sowas von grün bleibt) und versucht zumindest italienisches Flair in die Küche zu bringen. Angeregt von Küchenlatein und Tim musste ich es mal ausprobieren. 

Zutaten: 
3 Kg reife Tomaten, 
3 Essl. Zucker, 
6 Essl. Olivenöl, 
4 Zehen Knoblauch zerdrückt (so kann man sie danach schnell rausfischen), 
1/2 Esslöffel Salz, 
5 Zweige Thymian, 
Basilikum und Oregano


Man wasche und halbiere die Tomaten und lege die geschnittene Seite auf gezuckerte Backbleche, den Stielansatz vorher entfernen. Backofen auf 240 Grad erhitzen (Ober- und Unterhitze).
Die Bleche nacheinander in den Ofen, oberste Schiene ca. 10 bis 15 Minuten rösten lassen, bis sich die Haut dunkler färbt.

Etwas auskühlen lassen, die Haut entfernen (Vorsicht, sehr heiß)
Das Fleisch auf ein Blech geben, die Tomaten zerdrücken. Öl, Knoblauch, Salz und Kräuter darüber geben und vermengen.
Im Ofen bei 220 Grad auf der mittleren Schiene weitere 30 Minuten reduzieren lassen.
Danach entweder sofort essen, oder zum Aufbewahren am besten in Weckgläser füllen, diese mit Gummi und Klammern versehen und im Wasserbad bei 90 Grad ca. 20 Minuten ziehen lassen.

Einfach köstlich. Wem es schmeckt, einfach beim nächsten Mal die doppelte Portion einkochen. Die Gläser eignen sich hervorragend als Mitbringsel zur nächsten Einladung. Guten Hunger!!









Freitag, 12. September 2014

I have killed a KÜRBIS!


Ich glaube die größte Schlacht, die man schlagen muss, um mit Hokkaidos zu kochen, ist das erlegen des Ungetüms. Diese Viecher sind so hart, dass man schon ein großes stabiles Messer mit breitem Spaltrücken haben muss, um sie zu zerlegen.

Der Rest ist dann wirklich ein Kinderspiel. Beim Einkauf überkommt mich immer das Gefühl, dass der Kürbis nie groß genug sein kann. - In meiner Küche stehe ich dann meistens wie Ochs vorm Berge und verfluche, dass ich nicht sooooo viel hungrige Mäuler zu stopfen habe. Mein Lieblingskürbisding ist eine leckere Osaft-, Ingwer-, Kürbissuppe. Geeignet für die ersten Sofaabende mit dicken Socken. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, in diesem Sommer mal NICHT in Kürbissuppenlaune gewesen zu sein.

Also den Kaventsmann erst einmal teilen und von den Kernen befreien (vielleicht ein paar Kerne einfach auf den Misthaufen schmeißen, mit etwas Glück kommt nächstes Jahr Kürbisnachwuchs :D). In kleine Stücke schneiden.









Für die Suppe eine kleine Zwiebel in Öl in einem Topf anschwitzen, bis sie glasig wird. Die Hälfte von einem mittelgroßen Kürbis dazu, salzen und pfeffern. Brutzeln lassen und mit etwas Osaft und Wasser ablöschen. Immer mal umrühren, evtl. einen Schuss Weißwein dazu.
Etwas Ingwer dazu (Vorsicht mit der Menge, kann schnell zu scharf werden):
Mit einem Messer die Stichfestigkeit des Kürbisses prüfen, bei guter "Weichheit" mit dem Mixer pürieren.



Nun abschmecken, evtl. etwas Sahne zum verfeinern, noch mal nachwürzen.
Gerne vor dem Servieren einen Hauch Creme fraiche und Balsamicoessig in die Mitte des Suppentellers. Nach Geschmack mit einem Korianderbüschel abrunden. Fertig ist der 1. Gang.









Der zweite Gang ist weniger aufwendig:

Auf ein Backblech den restlichen Kürbis legen, geschälte und kleingewürfelte Kartoffeln dazu, Rosmarinzweige darüber legen, salzen und pfeffern und mit Olivenöl überträufeln und bei 200 Grad in den Ofen schieben. Gut 20 Minuten backen lassen, zwischendurch wenden und noch etwas Öl dazu.

Mit etwas saurer Sahne und einem Rohkostsalat servieren.

Guten Hunger!!!!!

Donnerstag, 11. September 2014

"Traumhochzeit"- grande amore in Lari

Zum Thema "Man trifft sich immer 2 x im Leben" hier einer Rückblick auf die Hochzeit
von Mirja und Max, zwei engen Freunden.

Kennen gelernt hatten sich die beiden bei einer organisierten Single-Reise in die Toskana. Ich weiß nicht, wie hoch die Trefferquote üblicherweise bei solchen Reisen ist, aber diese beiden hatten sich innerhalb von 24 Stunden als Vorzeigepaar herausgestellt.
Nach ein paar Jahren der Erprobung und mittlerweile schon heranwachsendem Nachwuchs sollte geheiratet werden. Und natürlich auch dort, wo man sich lieben gelernt hatte. Also Domizil für die gesamte Hochzeitsgesellschaft (ca. 40 Gäste) wurde dazu ein agriturismo angemietet, in dem tatsächlich alle unterkamen. Zusammen gefrühstückt wurde im Hof, es gab einen Brötchenservice und schon vorbereitete Frühstückskörbe des Hochzeitspaares auf dem Zimmer.
Abends gab es ein traditionelles Pizzaessen im Garten an einer ewig langen Tafel, wie es sich gehört.

 Am Tag der Hochzeit fuhr der Fahrzeugkonvoi nach Pari, zum alten Castello, wo die standesamtliche Trauung stattfinden sollte.
Wer sich dazu entschließt, in Italien zu heiraten, sollte sehr viel Geduld und Zeitraum im Vorfeld einplanen - die italienischen Ämter mahlen noch langsamer, als die Deutschen.

Von oben hatte man eine wunderbare Aussicht auf das gesamte Umland. Nachdem es Tage vorher noch schattig war und aus Kübeln geregnet hatte, brach natürlich der Himmel für die Glückskinder auf.

Parkplätze im Ort zu finden für eine solche Menge an Fahrzeugen ist etwas schwierig, vielleicht besser vor den Toren Laris parken.





Hach ja, da war er nun der Augenblick, als der stolze Bräutigam seine Braut die Stufen hinaufführte. Ein Bild, zudem zumindest alle weiblichen Gäste so ziemlich Halbwasser in den Augen stehen hatten. Die Zeremonie war kurzweilig, ein Übersetzer musste dabei sein, um alles notariell auch festhalten zu können.


Im Hof des Castellos gab es bei glühender Hitze einen kleinen Sektempfang (es waren zum Glück zwei Berufsfitnesstrainer dabei, die die Flaschen und Gläser die zahlreichen Stufen raufgeschafft hatten).



Abgerundet wurde der Empfang mit Live-Saxophonmusik,
die natürlich in den alten Gemäuern dort oben besonders gut den Gänsehautfaktor auslöst.

Dann zur traditionellen Abfahrt des Brautpaares zurück zum Agriturismo im alten Fiat 500 staunten selbst die Anwohner nicht schlecht -der Abgang war perfekt.




Und dann war da ganz am Rande diese Pastamanufaktur "Martelli".
Als Erinnerung hatte natürlich jeder Gast
ein eigenes Paket auf dem Zimmer.

Zurück in Deutschland gab es dann die köstlichsten Nudeln, die ich je gegessen habe.

Das spezielle ist die Konsistenz. Viele handgemachte Nudeln verlieren nach dem Kochen an Eigengeschmack oder werden zu matschig, weil sie zu viel Stärke verlieren.
Martelli-Nudeln haben eine raue Oberfläche an der die Nudelsosse wunderbar haften bleibt. Nach der angegebenen Kochzeit sind sie noch kräftig im Biss. -Köstlich.





Sehr erfreut war ich nun, als ich erfuhr, dass ich sie schnell in Dortmund erhalte, im Onlineshop von CASA DELI.
Auch ein nicht so geheimer, aber guter Tipp für alle Genießer:
Hier gibt es außergewöhnlichen Kaffee ebenso wie Backmischungen, Öle etc. Besonders nett finde ich das packaging und die Geschenkverpackungen. Schlicht und edel. Mir gefällt`s.




Mirja und Max, mittlerweile zu viert! Es war eine wunderschöne Hochzeit mit Euch !
Ich wünsche Euch für die Zukunft alles Liebe und Gute und hoffe auf ein schnelleres Wiedersehen, als letztes Mal :)
(die Geschichten, die ich als Trauzeugin hinter der Kulissen stemmen mußte, bzw. mir die Nächte im Vorfeld um die Ohren hauen mußte, hebe ich mir für später auf, wenn ihr erlaubt ;) 

Mittwoch, 10. September 2014

Quiche à la Laure

Man nehme eine megaaktive französische Freundin
mit ganz viel Fantasie, dafür ganz wenig Zeit und noch
weniger Inhalt im Kühlschrank.

Was kommt dabei heraus?
Quiche à la Laure 

Wenn man sich mal wieder in einem typischen
Weibergespräch verquatscht hat, über Handtaschen,
Klamotten, l' amour und Nutella und man für die
Großen und Kleinen schnell etwas kochen muss,
greift die Französin in die angeborene Trickkiste.

Blätterteig ist immer eingefroren und innerhalb
von wenigen Minuten aufgetaut.

Was man braucht, ist halt der Teig, eine gute Quicheform und zumindest ein paar verwertbare Reste im Kühlschrank, um zum Beispiel diese hier zu zaubern:

Lauch-Lachs-Tarte

4 Eier
1 Becher Creme fraiche, etwas Milch
Käsereste
2 Stangen Lauch 
etwas Lachs
Salz, Pfeffer, Kräuter

Den Herd auf 170℃ vorheizen, Lauch putzen, in Scheiben schneiden, vierteln, 
Teig in die Form geben (Ich schneide immer ein Stück ab und flicke es an der kurzen Seite
wieder daran), die Eier mit Creme fraiche, etwas Milch, Gewürzen und Kräutern verquirlen, 
den Lauch in die Form, die verquirlte Masse darüber geben, Lachs darüber zuzzeln, Käserest darüber
reiben und ab in den Ofen für ca. 15 Minuten.

Warm servieren oder zum Picknick in der Form mitnehmen.


Mit den folgenden Resten kann man
Tolles zaubern:
- Frischer Spinat, ein paar Rosinen und Roquefort
- Birnen und Roquefort
- Schinken, Paprika
- Zwiebeln und Speck
- Salami und Zucchini
- Fenchel

-etwas von einem wunderbaren Pecorino der Cooperativa Agricola Montemercole
usw., usw.

Fakt ist, ohne diese wunderbare Person hätte ich
nie dieses schnelle "Kühlschrankaufräumgericht" kennen
gelernt. Und man glaube mir, mein Kühlschrank muss oft aufgeräumt werden.

Seither denke ich jedes Mal an unzählige Plaudereien,
eine wunderschöne, blumige Sprache, unzählige Lachkrämpfe, verrückte Freitagnachmittage und
den ungeheuren Arbeitswillen dieser Frau, wenn
der leckere Duft einer Quiche durch die Küche weht.
Merci, ma belle, dass es Dich und unsere Freundschaft gibt!

Vive l'amitié franco-allemande.